portier® vision – Systemanforderungen & Performance-Hinweise
Damit portier® vision zuverlässig und performant für Schließanlagen- und Schlüsselmanagement eingesetzt werden kann, sind die folgenden Systemanforderungen zu beachten. Die tatsächliche Performance hängt maßgeblich von Serverleistung, Datenbankkonfiguration und Netzwerklatenz ab.
1. Typische Einsatzszenarien
1.1 Kleine lokale Installation (ein Standort)
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Einzelnes Büro- oder Verwaltungsumfeld
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Bis ca. 3–5 gleichzeitige Nutzer
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Datenbank und Clients befinden sich im selben LAN
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Kein WAN-Zugriff erforderlich
Empfohlene Datenbank:
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Firebird 4.0 oder Microsoft SQL Server
Dieses Szenario eignet sich für kleinere Installationen mit geringer Nutzeranzahl.
1.2 Gemeinsame VM- / Terminalserver-Installation
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Mehrere Nutzer greifen über Remote Desktop (RDS) auf portier® vision zu
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Die Anwendung läuft zentral auf einem Windows Server
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Die Datenbank wird auf einem separaten dedizierten Server gehostet (empfohlen)
Dieses Setup reduziert WAN-Latenzeinflüsse und zentralisiert die Systemverwaltung.
1.3 Multi-Standort- / WAN-Betrieb
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Clients verbinden sich direkt mit Microsoft SQL Server über LAN oder WAN
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Dedizierter SQL Server erforderlich
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Netzwerklatenz beeinflusst die Performance erheblich
Empfohlene Datenbank:
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Microsoft SQL Server 2019 / 2022 Standard oder Enterprise
Für WAN-Umgebungen sind eine korrekte SQL-Server-Dimensionierung und geringe Latenz entscheidend für eine optimale Reaktionsgeschwindigkeit.
2. Client-Systemanforderungen
portier® vision kann auf physischen Arbeitsplätzen oder virtuellen Maschinen betrieben werden.
Die Performance hängt nicht nur von der Client-Hardware ab, sondern auch von der Datenbank-Performance und der Netzwerklatenz.
2.1 Dedizierter Client (physischer PC oder Single-User-VM)
Empfohlene Konfiguration:
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Betriebssystem: Windows 11 (Windows 10 wird unterstützt)
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CPU: 4 virtuelle Kerne (oder entsprechende physische Kerne)
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RAM: mindestens 8 GB, empfohlen 16 GB
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Speicher: SSD mit mindestens 10 GB freiem Speicherplatz
Hinweise:
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8 GB RAM reichen technisch für den Betrieb von portier® vision aus
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16 GB werden empfohlen für typische Office-Umgebungen mit zusätzlichen Anwendungen (Outlook, Teams, Browser, Excel)
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Bei sehr großen Schließplänen oder intensiver Nutzung können 32 GB die Reaktionsfähigkeit verbessern
2.2 Gemeinsame VM / Terminalserver (RDS)
Wenn mehrere Nutzer portier® vision über Remote Desktop auf einem gemeinsamen Windows Server verwenden, müssen die Ressourcen entsprechend der gleichzeitigen Nutzeranzahl dimensioniert werden.
Basis-Konfiguration:
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4 vCPU
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16 GB RAM
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SSD-Speicher
Skalierung:
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ca. 2 GB RAM pro zusätzlichem gleichzeitigen Nutzer
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CPU-Ressourcen entsprechend der aktiven Nutzung erhöhen
Die Anforderungen hängen von Arbeitslast und paralleler Nutzung ab.
2.3 Virtualisierungshinweise
Bei Betrieb in virtualisierten Umgebungen (Azure, VMware, Hyper-V etc.):
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Ausreichend dedizierte CPU- und RAM-Ressourcen sicherstellen
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Keine starke Überbelegung (Overcommitment) von CPU oder Speicher
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SSD-basiertes Storage verwenden
Unzureichende Host-Ressourcen oder hohe Contention auf der Virtualisierungsebene können die Performance negativ beeinflussen, auch wenn die VM die genannten Spezifikationen erfüllt.
3. Datenbankanforderungen
3.1 Firebird 4.0 (nur für kleine Installationen)
Geeignet für:
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Einzelstandort-Umgebungen
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Bis ca. 3–5 gleichzeitige Nutzer
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Nur LAN-Zugriff
Empfohlene Konfiguration:
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CPU: 2–4 Kerne
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RAM: 4–8 GB
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Speicher: SSD
Firebird wird nicht für WAN- oder Multi-Standort-Installationen empfohlen.
3.2 Microsoft SQL Server (empfohlen)
Unterstützte Versionen:
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SQL Server 2019 Standard
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SQL Server 2022 Standard
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SQL Server 2022 Enterprise
Bis 15 gleichzeitige Nutzer:
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4–6 CPU-Kerne
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16 GB RAM
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SSD
15+ gleichzeitige Nutzer:
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8+ CPU-Kerne
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32+ GB RAM
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NVMe empfohlen
Pflichtkonfiguration:
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SQL Server muss auf einem dedizierten Server oder VM laufen
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Keine gemeinsame Ressourcennutzung mit Terminaldiensten
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Maximaler Serverspeicher muss explizit konfiguriert werden
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TempDB auf SSD/NVMe platzieren
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Regelmäßige Wartung: Indexpflege, Statistik-Updates, Backups
4. Netzwerk-Performance & Latenz
portier® Vision 5 führt häufige Datenbankzugriffe aus, besonders beim Start und bei großen Datenoperationen.
Die Netzwerklatenz beeinflusst die wahrgenommene Geschwindigkeit direkt.
Latenz → Verhalten:
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< 5 ms: Exzellente Performance
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5–20 ms: Sehr gut
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20–40 ms: Spürbare Verzögerungen bei großen Vorgängen
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40 ms: Performanceeinbußen wahrscheinlich
Auch bei ausreichender Bandbreite erhöht hohe Round-Trip-Latenz die Antwortzeiten datenbankintensiver Vorgänge.
WAN-Empfehlung:
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Anwendung und SQL Server möglichst nah im Netzwerk platzieren
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Round-Trip-Latenz minimieren
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SQL Server korrekt dimensionieren und auf Low-Latency-Storage betreiben
5. Abhängigkeiten, Internet & Firewall
5.1 Netzwerkports
Folgende ausgehende Verbindungen müssen erlaubt sein:
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TCP 1433 – Microsoft SQL Server
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TCP 443 – HTTPS
5.2 Freizuschaltende Domains
Folgende Domains müssen erreichbar sein:
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SendGrid Email API and Email Marketing Campaigns | SendGrid
Blockierungen können Lizenzierung, Abo-Validierung oder E-Mail-Funktionen beeinträchtigen.
5.3 ODBC-Treiber (SQL Server)
portier® Vision benötigt den aktuellen Microsoft ODBC Driver für SQL Server.
Pflicht:
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Aktuellen ODBC Driver auf allen Clients/Terminalservern installieren
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Kompatibilität mit SQL-Version sicherstellen
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TCP/IP in SQL Server Configuration Manager aktivieren
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Remote Connections erlauben (falls erforderlich)
Veraltete Treiber können verursachen:
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Verbindungsinstabilität
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Authentifizierungsprobleme
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Reduzierte Performance
5.4 WebView2-Abhängigkeit
portier® Vision nutzt Microsoft Edge WebView2 für eingebettete Web-Komponenten.
WebView2 ist meist enthalten in:
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Windows 11
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Windows Server Standard-Installationen
In restriktiven VM-Setups kann WebView2 fehlen oder deaktiviert sein.
Falls nicht vorhanden, muss es manuell installiert werden:
Performance-Hinweis
Systeme mit Minimalanforderungen funktionieren grundsätzlich, können aber bei hoher Nutzeranzahl, intensiven Datenoperationen oder WAN-Bedingungen langsamer reagieren.
Für Multi-User- oder Multi-Site-Installationen wird ein dedizierter und korrekt dimensionierter SQL Server empfohlen.
Die Performance hängt ab von:
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Datenbankressourcen
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Storage-Latenz
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Netzwerk-Round-Trip-Zeit
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Gleichzeitiger Nutzung
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Datenbankkonfiguration und Wartung